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Neue Pflege-Leitung: Gespräch mit Ernst Grau

«Immer öfter fragte ich mich: Was will ich wirklich?»

 

Ernst Grau, bis 1. Dezember Leiter stationäre Pflege bei der Thurvita.

Wie geht es Dir zurzeit?
Mir geht es gut. Zurzeit bin ich auf zwei Ebenen unterwegs. Einerseits führe ich immer noch den stationären Dienst und bin Teil der Geschäftsleitung. Anderseits bereite ich mich gedanklich auf meine neue Aufgabe in der Bildung vor.

Du verabschiedest Dich als Leiter stationäre Dienste. Bring uns auf den Stand der Dinge.
Mein Nachfolger, Herr Pechmann, beginnt am 1. Dezember. Für ihn gibt es ein umfassendes Einarbeitungsprogramm. Darin habe ich Zeitfenster, in denen ich ihm meinen bisherigen Bereich vorstelle. Ich möchte erreichen, dass er schnell einen Überblick bekommt: Wie geht es den Teams, wie ist die personelle Situation, welche Entwicklungen wurden angestossen und wo stehen diese heute. Das Ziel ist, dass er schnell in die Verantwortung hineinwächst.

Dass jemand in Deinem Alter, mit 58, freiwillig auf diese Position verzichtet, ist eher ungewöhnlich. Deine Beweggründe?
Persönlich merkte ich, dass mir nach zwanzig Jahren Führungsarbeit diese Tätigkeit nicht mehr zusagte. Immer öfters fragte ich mich: Was möchte ich wirklich? Wofür will und kann ich mich voll und ganz einsetzen? Mit der Pensionierung von Doris Wiedl als Bildungsverantwortliche ergab sich eine Chance, wieder in einen Bereich einzusteigen, welchen ich früher viele Jahre mit Freude und Erfolg ausübte

Wie sehen Deine Zukunftspläne aus?
Ich werde weiterhin zu 100% bei Thurvita arbeiten. Hier kann ich mich in einer vertrauten Umgebung verändern und gleichzeitig mein Fachwissen dem Unternehmen zur Verfügung stellen. Meine zukünftige Hauptbeschäftigung ist die eines Bildungsverantwortlichen. Ich bin für die tertiäre Ausbildung zuständig und engagiere mich in der Weiterbildung. Ich betreue ausserdem, wie bisher, die Heimapotheke im Pflegezentrum Fürstenau und kann das Angebot der Wundberatung stationäre Dienste ausbauen.

Wie waren die Reaktionen, als Du Deinen Abgang bekannt gabst?
Es gab viele und sehr schöne Reaktionen. Sie kamen zum Teil auch von Menschen, von denen ich das nicht erwartet hatte. Die Leute im Gesundheitswesen haben sehr fein eingestellte Sensoren für Personen und Veränderungen. Ich durfte ganz viel Verständnis entgegennehmen.

Du bist seit vielen Jahren im Gesundheitswesen tätig. Dein Fazit?
Etwas hat sich nicht verändert: Man beginnt diesen Beruf mit einer grossen Portion Enthusiasmus. Man will unterstützen, begleiten, helfen. Mit Wissen, Erfahrung und einem Touch Kreativität kommt man diesem Ideal immer wieder nahe. Den Pflegeberuf betrachte ich als Kunsthandwerk. Man muss den Menschen in seiner ganzheitlichen Vielfalt und Komplexität erfassen lernen, ihn achten und wertschätzend begegnen und die Endlichkeit des Lebens akzeptieren.

Und was hat sich verändert?
Zugenommen haben die Schnelligkeit und die Bedeutung von Finanzen und Betriebswirtschaftlichkeit. Gleich schwierig geblieben ist die Suche nach geeignetem Personal. Der Arbeitsmarkt für Personen mit einer höheren Fachausbildung ist nahezu ausgetrocknet. Mit unserer Ausbildungstätigkeit können wir einen Teil dazu beitragen. Thurvita ist ein attraktiver Arbeitgeber, vor allem im Vergleich mit anderen Firmen. Diese Vorzüge muss man kommunizieren.

Von welcher Erfahrung würdest Du Deinen Enkeln erzählen?
Ich habe eine Unzahl guter Erinnerungen an Begegnungen mit Bewohnenden, Angehörigen und Mitarbeitenden. Gerne erinnere ich mich aber an meine Anfangszeit in der Fürstenau und die Mitarbeitenden, welche ich damals angetroffen habe. Damals war Heinz Kapusta Heimleiter. Ich wurde sehr schnell aufgenommen und es stand auch gleich ein Riesenprojekt an: Der Um- und Neubau der Fürstenau bei gleichzeitig laufendem Betrieb. All das unter einen Hut zu bringen, war enorm anspruchsvoll. Wunderbar war die gemeinsame Arbeit, die Intensität, das einander zuhören. Diese Erfahrung wirkt bis heute nach.

Anfang Dezember übernimmt Matthias Pechmann. Kennst Du ihn?
Ich kenne meinen Nachfolger gar nicht. Ich werde ihn am 4. Dezember zum ersten Mal sehen.

Was gibst Du ihm auf den Weg?
Ich wünsche ihm, dass er mit Engagement, der nötigen Ruhe und einer Prise Gelassenheit an die Aufgabe herangeht. Er wird sicher rasch merken, welche Veränderungsprozesse angestossen sind, aber auch mit wieviel Unterstützung und motivierten Mitarbeitenden er rechnen kann. Ich wünsche ihm, dass er das einbringen kann, was ihm selber wichtig ist und dass es ihm gelingt, Thurvita weiter zu entwickeln.

(Gespräch: Mario Aldrovandi)


Weitere Informationen

Medienmitteilung zum Personalwechsel: http://www.thurvita.today/wechsel-in-der-pflege-von-thurvita/
Interview Matthias Pechmann: http://www.thurvita.today/neue-leitung-in-der-pflege-gespraech-mit-matthias-pechmann/
Interview Alard du Bois-Reymond: http://www.thurvita.today/neue-pflege-leitung-gespraech-mit-alard-du-bois-reymond/

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