«Ich möchte eine nahbare Personalchefin sein.»

Ende Mai endet das Intermezzo von Heinz Kapusta als «reaktivierter» Personalchef. Dann geht Heinz in einem zweiten Anlauf in die verdiente Pensionierung. Am 1. Juni beginnt die neue Personalleiterin von Thurvita. Sie heisst Leila Steiner und hat sich am Telefon den Fragen von Thurvita Today gestellt.

Guten Tag Frau Steiner. Sie sind Mutter von einer zwei- und einer dreijährigen Tochter. Jetzt ist es halb Zwei Uhr. Machen die beiden schon einen Mittagesschlaf?
Die Kleine schläft. Die Grosse sehe ich gerade aus dem Zimmer kommen. Sie hat vermutlich das Telefon klingeln gehört. Sie möchte ja nichts verpassen.

Sie beginnen am 1. Juni als Personalleiterin von Thurvita. Hier hat es auch viele berufstätige Mütter oder solche die es werden wollen. Kann man bei Ihnen Rat holen, wie man sich organisiert?
Ich gebe meine Erfahrungen sicher gerne weiter. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist eine Herausforderung, denn mit Kindern ist nicht alles planbar.  Wir selber sind eine moderne Familie, mein Mann und ich arbeiten Teilzeit und haben das Glück, dass wir von den Grosseltern unterstützt werden. Zusätzlich nutzen wir das Angebot einer Kita und sind mit dieser Lösung sehr happy. Schlussendlich gibt es aber nicht DIE Lösung, das Modell muss immer zur Familie und zu den Umständen passen.

Sie waren zuletzt im Personalmanagement des Kantonsspitals St. Gallen. Liess sich da Mutter sein und Beruf gut verbinden?
Das liess sich sehr gut verbinden. Die Grundlage war Flexibilität und Verständnis von beiden Seiten.

Es war gut und trotzdem wechseln Sie nach fünf Jahren. Warum?
Es war eine sehr spannende und lehrreiche Zeit. Ich konnte viel Aufbauarbeit leisten. Aber jetzt bin ich an einem Punkt, an dem ich Neues erfahren will. Ein Spital, wie das von St.Gallen, ist gross und komplex. Alles was man anfasst, nimmt gleich grosse Dimensionen an. Mir liegt aber das bewegliche, das agile mehr. Ich mag den direkten, persönlichen Kontakt und das man sich kennt. Deshalb fühle ich mich in einem kleineren Unternehmen mehr zu Hause.

5 Jahre lang waren Sie im Kantonsspital. Bis Ende Mai arbeiten Sie noch dort. Was genau haben Sie gemacht?
Im Kantonsspital leitete ich den Bereich HR Support  und Projekt. Zusammen mit meinem Team waren wir verantwortlich für alle HR-Hilfsmittel wie Formulare, Listen, Weisungen, einheitliche Prozesse und für IT-Tools. Als Mitglied des HR-Leitungsteams kam ich jedoch mit allen Themen des Personalmanagements in Berührung.

Was nehmen Sie aus der Spitalumgebung mit für ihre zukünftige Arbeit?
Hilfreich ist, dass ich den Bereich Pflege kennenlernte. Der Pflegeberuf ist ein sehr schöner Beruf, aber er verlangt auch viel ab. Die Pflegenden stehen meistens unter Druck und die Arbeitssituation ist oft belastend. Die Arbeit ist anspruchsvoll und manchmal stressig. Die Überalterung der Bevölkerung und Fachkräftemangel stellt die Gesundheitsbranche vor Herausforderungen. Es ist deshalb wichtig, den Mitarbeitenden ein gutes Umfeld zu schaffen und in die Aus- und Weiterbildung zu investieren.

Sie sind 36 Jahre alt und haben beruflich bereits einen beachtlichen Weg hinter sich: Kaufmännische Lehre bei den technischen Betrieben Wil –  Wirtschaftsinformatikerin – Bachelor und Master in Betriebsökonomie – Viele Jahre bei der Software-Firma Abacus  und dann der Wechsel zum Personalwesen. Wie kam es zu diesem  Weg vom «Tekki» zum Human Resources?

Als «Tekki» würde ich mich nicht bezeichnen, aber die Technik fasziniert mich schon. In der heutigen Welt wird alles immer technischer, nicht nur im Berufsleben, auch im Alltag. Wenn die Arbeit durch technische Hilfsmittel einfacher und effizienter wird, dann profitieren alle davon.  Meine Aufgaben sind aber schon lange nicht mehr technisch.

In der Führungsrolle  habe ich die Mitarbeitenden fachlich aber auch personell geführt.  Ich lernte Menschen einschätzen, habe manche gecoacht und auf ihrem Weg begleitet. Im HR ist das nicht anders, entsprechend war der Schritt gar nicht so gross.

Was haben Sie sich für Thurvita vorgenommen?
Ich habe mir vorgenommen, das ganze Unternehmen kennen zu lernen. Ich will wissen, was das Unternehmen bewegt und was wo passiert. Die innovativen Projekte finde ich interessant. Ich möchte ein modernes HR installieren. Insbesondere den Fachkräftemangel sehe ich als eine grosse Aufgabe. Es ist mein Bestreben, dass Thurvita als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird. Das ist die Basis um gutes Personal zu rekrutieren. Nicht zuletzt möchte ich für die Mitarbeitenden und ihre Anliegen als «nahbare Personalchefin» da sein.

Sie kennen Wil, weil sie in Wil ihre Lehre gemacht haben. Heute wohnen sie im Appenzellischen. Was ist Ihnen an Wil wichtig?
Ich habe meine Wurzeln in Wil, weil ich hier aufgewachsen bin. Wil ist und bleibt meine Heimat, auch wenn mir das Appenzellerland sehr gut gefällt und ich mich heimisch fühle. Wil, das ist für mich das typische Bild mit dem Stadtweiher und der wunderschönen Altstadt. Die Lage zwischen St. Gallen und Zürich macht Wil zusätzlich attraktiv.

In 6 Wochen beginnen Sie bei Thurvita. Was tun Sie bis dann?
Dasselbe wie bisher: Ich werde arbeiten und meine Familie geniessen. Sicher nehme ich noch ein paar Tage frei und tanke Energie. Und dann geht es los bei Thurvita. Darauf freue ich mich.

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