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Happy Weeks: Der Kirchenbesuch

Dank Happy Weeks wurde in der Kirche St. Peter in Wil ein während Jahren existierendes Rätsel gelöst. Möglich gemacht hat das Herr G., den Regula Ganz dorthin begleitete. Herr G. entpuppte sich als ein Kenner der Kirche, wie es keinen zweiten gab.

 

Was war Deine Happy Weeks Aktion
Ich habe Herrn G. aus der Fürstenau von einer Kollegin übernommen. Sie hatte eine sehr schöne Collage gemacht, war aber kurz danach pensioniert worden. Von ihr erfuhr ich, dass Herr G. sein Leben lang Mesmer, also Kirchendiener, in der St. Peters Kirche in Wil war. Ich dachte mir: Also, da gehe ich mit ihm hin. Anita Greuter, Teamleiterin Restauration, begleitete mich. Ich schob ihn mit dem Rollstuhl und Anita trug zwei grosse Bücher, die Herr G. über die St. Peter gestaltet hatte.

Was kannst Du über diese Bücher sagen?
In den Büchern sind Fotos drin und Zeitungsausschnitte und zudem schrieb er darin alles über diese Kirche auf. Zum Beispiel, welche Glocken es gibt, wann sie gemacht und von wem sie spendiert wurden. Auch alle Renovationen hat er darin festgehalten. Das Wissen ist nicht nur in den Büchern, sondern ganz präsent in seinem Kopf. Das ist gewaltig, was er alles noch weiss. Er ist immerhin über 90 Jahre alt. Diese Ordner wurden dann beim Besuch ganz wichtig.

Wie verlief der Kirchenbesuch?
Als wir ankamen, waren zwei Männer daran, den Boden zu bearbeiten, zu versiegeln. Beide erkannten Herrn G. sofort wieder: «Hey, das ist doch der Josef». Einer der beiden wurde übrigens dessen Nachfolger als Mesmer. Von da an haben sie fast eine Stunde lang diskutiert. Sie wollten viel über die Kirche wissen und Herr G. konnte alles beantworten.

Kannten die beiden Männer diese Ordner?
Der eine Ordner war den Beiden völlig unbekannt und darin befand sich auch die grösste Überraschung. Das ging so: Hinter dem Altar des St. Peter wurde irgendwann eine Mauer hingestellt, aber damit wurde ein Bild verdeckt, welches da gehangen hat, eine Art Ikone. Jetzt hängt das Bild immer noch da, aber das ist jetzt so eng, dass niemand die Ikone anschauen kann und so wusste man auch nicht, was darauf abgebildet ist. Herr G. hatte dieses Bild aber vor der Renovation fotografiert und das war unter anderem in seinem Ordner. Für die beiden Männer war das eine Sensation und sie haben das Bild sofort abfotografiert. Es zeigt einen Engel.

Deine Happy Week Aktion war also diese Begleitung in die Kirche?
Ja, denn Herr G. war schon seit Jahren nicht mehr da. Mit dem Rollstuhl kann er nicht alleine hin, ausserdem hört und sieht er nicht mehr so gut. Für uns war diese Begleitung keine grosse Sache. In der Kirche zündete wir dann je eine Kerze an und so hatten alle einen Moment Zeit für sich.

Habt ihr auch etwas getrunken?
Wir sind danach ins St. Peters Café. Wir musste ihn fast dazu überreden. Er sagte immer: «also wegen mir müsst ihr keinen Aufwand machen». Er meinte immer, uns sei alles zu viel. Es ist schon erstaunlich, wie bescheiden Männer in seinem Alter sind.

Hat Herr G. jemals etwas nach dieser Aktion gesagt?
Der Besuch ist schon ein paar Wochen her, aber als ich ihn letzte Woche sah, fragte ich ihn, ober er sich noch erinnere. «Ja, natürlich, St. Peter», hat er gesagt und ich hätte ihm eine Riesenfreude gemacht. Seine Freude war sichtbar.

War es ein grosser Aufwand?
Nein. Als ich ihn in meiner Zimmerstunde besuchte, um ihn abzuholen, hat er bereits vor dem Zimmer gewartet. Kurz vor 17 Uhr waren wir wieder zurück.

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