Wiler Zeitung zum Thema “Impfzwang”

Die aktuelle Ausgabe der Wiler Zeitung schreibt über den Unterschied zwischen Impfzwang und Obligatorium. Im ARtikel wird auch Thurvita erwähnt und wie hier mit dem Thema umgegangen wird.Originalartikel http://www.tagblatt.ch/ostschweiz/stgallen/wil/fuerstenlaender-spitaeler-fordern-mehr-impfungen-von-angestellten;art119831,5171669

Fürstenländer Spitäler fordern mehr Impfungen von Angestellten

IMPFOBLIGATORIEN ⋅ Im neuen Jahr verschärfen sich die Anstellungsbedingungen im Spital Wil. Die Anzahl erforderlicher Schutzimpfungen nimmt stark zu. Bei der Thurvita dagegen gibt es kein Impfobligatorium.

Ein St.Galler Privatspital löste jüngst den Lehrvertrag einer angehenden Fachangestellten Gesundheit innerhalb der Probezeit auf. Dies, weil die junge Ostschweizerin noch nie geimpft worden war und sich weigerte, die im Spitalreglement vorgesehenen Impfungen nachzuholen, wie die «Ostschweiz am Sonntag» Anfang November berichtete. Begründet wurde dies damit, dass der Schutz von Patienten und Pflegenden höher zu gewichten sei als das individuelle Verhalten und die Ansichten der Mitarbeitenden. Nun stellt sich die Frage: Wie sieht es in der Region Wil aus? Gilt der Impfzwang auch für Angestellte des Spitals Wil und der Thurvita?«Von einem Impfzwang kann keine Rede sein», sagt Barbara Anderegg, Leiterin Kommunikation der Spitalregion Fürstenland Toggenburg (SRFT), welcher die Spitäler Wil und Wattwil angehören. Damit gleicht die Ansicht der SRFT jener des besagten Privatspitals: Dieses spricht von einem «Obligatorium», das nicht mit dem Begriff «Impfzwang» gleichgesetzt werden könne.

Aufklärung wichtiger als Impfobligatorium
Ähnlich sieht es bei der Thurvita AG aus: «Bei uns gibt es keinen Impfzwang, weder für Neueintretende, noch für Lernende», sagt Ernst Grau, Leiter der Heim-Apotheke und Ansprechperson für das Impfwesen bei Thurvita. Im Gegensatz zur SRFT besteht allerdings kein «Obligatorium»: Zwar werde den Mitarbeitern ans Herz gelegt, sich gegen Hepatitis B impfen zu lassen. Wenn dies verweigert werde, akzeptiere man dies aber. Viel wichtiger in dieser Angelegenheit sei es, Mitarbeitende durch Information und Aufklärung zu überzeugen, dass ein Impfschutz wichtig sei. Bei der Spitalregion Fürstenland Toggenburg ist das Thema Impfen für Mitarbeitende besonders aktuell. «Die Geschäftsleitung hat vor Kurzem eine Weisung betreffend Impfschutz verabschiedet, die am 1. Januar 2018 in Kraft tritt», sagt Barbara Anderegg. Bisher sei lediglich für Mitarbeitende, die mit Patienten oder Blut in Kontakt kommen, die Hepatitis-B-Impfung für eine Anstellung vorausgesetzt gewesen. Die neue Weisung setzt dagegen deutlich mehr Impfungen als Anstellungsbedingung voraus. So kämen nebst der Hepatitis-B-Impfung für alle neu eintretenden Mitarbeitenden Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln, Varizellen, Diphtherie/Starrkrampf als Schutzimpfungen hinzu. Jene, die mit Säuglingen in Kontakt treten, müssten sich zudem gegen Keuchhusten impfen lassen. «Dabei hält sich die SRFT an die Empfehlungen der Eidgenössischen Kommission für Impffragen, die durch das Bundesamt für Gesundheit publiziert werden.»

Patientenwohl wird höher gewichtet
Ob bezüglich Schutzimpfungen Lücken bestehen, wird bei der Eintrittsuntersuchung durch den Personalärztlichen Dienst festgestellt. «Sprechen auch keine medizinischen Kontraindikationen dagegen, sind die Mitarbeitenden verpflichtet, innert dreier Monate nach Stellenantritt entsprechende Impfungen vornehmen zu lassen», sagt Barbara Anderegg. «Wird dies verweigert, kommt es nicht zur Anstellung.» Die Begründung dafür gleicht jener des privaten Spitals: «Die SRFT gewichtet den Patientenschutz und den Solidaritätsgedanken höher als die Entscheidungsfreiheit des einzelnen Mitarbeiters.»

Weshalb kommt die neue Weisung erst jetzt? «Anpassungen der Impfregelungen sind ein fortlaufendes Thema des Personalärztlichen Dienstes», sagt Barbara Anderegg. Das Kantonsspital St.Gallen, welches in ihrem Auftrag die Aufgaben des Personalärztlichen Dienstes in der SRFT wahrnehme, habe diese Regelungen bereits eingeführt. «Wir haben nun eine Übernahme geprüft und für angebracht befunden», ergänzt sie.

Wiler Zeitung, Tim Frei, 19. Dezember 2017, 19:40

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1 Kommentar

  1. bernadette

    Vielen Dank für diesen Bericht. Auch ich finde auch das Impfen eine sinnvolle Sache ist, da die Welt sehr klein geworden ist und all diese Krankheiten in der Schweiz wieder aktuell geworden sind.

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